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Bevor man loszieht und sich einen Gecko kauft sollte man, wie bei jedem anderen Tier auch,
sich im Klaren werden, ob man sich wirklich mit den Tieren längere Zeit beschäftigen
will und kann.
Tiere der Gattung Phelsuma sind wie die meisten Reptilien
nichts für Kinderhände! Die Tiere benötigen viel Aufmerksamkeit, von
der täglichen Kontrolle des Wohlbefindens, Temperatur, Luftfeuchtigkeit über die
Fütterung mit lebenden Insekten bis hin zur Einhaltung bestimmter Tagesrhythmen.
Ebenso gehören die Tiere in der Anschaffung sowie in der Haltung nicht gerade zu den
günstigsten Haustieren, die Stromkosten für die erforderliche Beleuchtung und
Beheizung des Terrariums sind nicht niedrig. Ebenso können Tierarztbesuche anfallen und
es ist ein ständiger Nachschub an Futter nötig.
Für die Urlaubszeit braucht man eine geeignete Vertretung, die auch im Notfall
weiss was zu tun ist und auch das hohe Alter der Tiere (10 bis 12 Jahre) sollte man mit
einberechnen.
Hier eine kurze Checkliste, ob ein Taggecko wirklich geeignet ist:
→ Ich besitze eine geeignete Unterbringung für die Tiere
→ Ich weiss, dass ich die Tiere so selten wie möglich in die Hand nehmen soll
→ Ich habe kein Problem den Tieren Lebendfutter zu geben
→ Ich habe mich informiert, was für die Haltung der Tiere wichtig ist
→ Ich bin mir bewusst, dass es sich um eine streng geschützte Tierart handelt
Wenn man sich letztendlich zum Kauf entschieden hat und das Terrarium artgerecht eingerichtet
ist (ev. von kundigen Fachleuten überprüfen lassen) steht den neuen Mitbewohnern
kaum noch etwas im Weg.
Dem Kauf im Zoogeschäft sollte man mit grosser Skepsis gegenüber stehen, da die
Tiere dort oft nicht artgerecht gehalten werden, es sich um Wildfänge handeln kann oder
sie einfach einen schlechten Gesundheitszustand aufweisen können. Hierbei gibt es
jedoch Ausnahmen, wo die Tiere gewissenhaft gepflegt und gehandelt werden. Informieren ist
immer eine gute Idee. Als Alternativen gibt es noch Reptilienbörsen, auf denen die
Züchter die Tiere direkt verkaufen oder sich Kontakte knüpfen lassen, den Kauf
vom Privatzüchter, Vermittlungsstellen (z.B. IG-Phelsuma) sowie den
Tierversandhandel, von dem ich jedoch aus eigener Überzeugung abraten will, da man sich
dabei keinerlei Eindruck von den Tieren im Vorfeld machen kann.
Generell ist es am Besten einen erfahrenen Geckohalter beim Kauf mitzunehmen. Ansonsten gibt
es auch einige Anzeichen, an denen man sieht, ob es den Tieren gut geht oder nicht:
→ im Terrarium befinden sich nicht zu viele Tiere, am besten ist Paarhaltung
→ die Tiere erscheinen munter und kräftig gefärbt
→ beim Fang protestieren sie lauthals oder versuchen zu fliehen
→ es befinden sich keine Häutungsreste an den Tieren
→ alle Zehen sind vorhanden
→ sie haben keine Nekrosen, d.h. schwarze Verfärbungen der Haut und des Gewebes
→ die Tiere besitzen keine Geschwüre oder andere Hautveränderungen
Dies stellt natürlich keine direkte Checkliste dar, es empfiehlt sich immer, sich auf
das "Bauchgefühl" zu verlassen. Auch wenn dem Tier ev. eine Zehe fehlt, es sonst allerdings
einen tadellosen Eindruck macht, sollte man diesen Mangel nicht unbedingt überbewerten.
Generell sollte man den Verkäufer über die Tiere ausfragen, hier gilt, es gibt
keine dummen Fragen. Wichtig ist die Herkunft (keine Wildfänge!!!), das Alter der Tiere
(keine zu jungen Tiere erwerben) sowie die bisherige Haltung, das Futter und eventuelle
Untersuchungen auf Krankheiten und Parasiten.
Hat man sich letztendlich für den Kauf entschieden, gilt es die Tiere sicher zu
verstauen (z.B. einzeln in Heimchenboxen, an kalten Tagen unter die Jacke) und sich die
Papiere der Tiere aushändigen zu lassen. Auf diesen müssen der deutsche
sowie lateinische Artname (z.B. Phelsuma quadriocellata quadriocellata), das Alter,
Geschlecht, Herkunft (Nachzucht, Zuchtbuchnummer, Züchter) sowie das Kaufdatum notiert
sein. Diese Dokumente benötigt man zum späteren Anmelden der Tiere.
Daheim werden die Tiere in das fertige Terrarium gesetzt (bei Neuzugängen zu anderen
Tieren kommen diese erstmal 2 Wochen in ein Quarantäneterrarium), die Deckel der Boxen
geöffnet und anschliessend die Tiere mindestens den ersten Tag in Ruhe gelassen. Ob man
das Terrarium nun verhängt damit die Tiere ungestört sind oder man einfach etwas
Abstand hält und Rücksicht auf die Tiere hat ist eine Glaubensfrage.
Am zweiten Tag kann man versuchen den Tieren etwas Futter anzubieten, z.B. ein paar Heimchen.
Sollten die Tiere in der ersten Zeit das Futter verweigern, kontrolliert man am besten
nochmals die Haltungsbedingungen wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Licht. Wenn alles in
Ordnung ist, heisst es abwarten und immer mal etwas anbieten. Solange alle Tiere aktiv sind
und nicht abmagern, besteht kein Grund zur Sorge. Eine Abwechslung beim Futter (verschiedene
Futtertiere) oder Obst (z.B. zerdrückte Banane) können auch Wunder bewirken. Mein
Geckoweibchen hat erst nach ca. 2 Wochen angefangen regelmässig Futter zu sich zu nehmen,
in der Zeit davor hat sie nur ab und zu Bananenbrei aufgeleckt.
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