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Anatomie & Sinne
Der Ph. quad. quadriocellata gehört zu den kleinen bis mittelgrossen Phelsumen und
erreicht eine Gesamtlänge von ca. 12 bis 13 Zentimetern, wobei die Körperlänge
ca. 50% der Gesamtlänge beträgt.
Reptilien und einschliesslich Geckos sind wechselwarme (lat. poikilotherm), ektotherme Tiere.
Poikilotherm bedeutet, dass sie keine konstante Körpertemperatur (wie z.B. Säugetiere)
besitzen und ektotherm, dass ihre Körpertemperatur vollständig von der Umgebung
abhängig ist. Das bedeutet, dass sie zum Überleben einen angepassten Temperaturbereich
benötigen, was sie in der Verbreitung deutlich einschränkt. Der Grund dafür
besteht in der nicht vollständigen Trennung der beiden Herzkammern, durch die "Mischblut"
(aus sauerstoffreichen- sowie sauerstoffarmen Blut) in den Körperkreislauf gepumpt wird.
Wie alle Geckos sowie viele Echsen besitzen Geckos die Fähigkeit bei Gefahr den Schwanz
abzuwerfen (auch als Autotomie bezeichnet), daher sollten die Tiere niemals! am Schwanz
festgehalten werden. Zum Abwerfen des Schwanzes besitzen die Tiere mehrere "Sollbruchstellen" am
Schwanz, an der sich der Schwanz vom Rumpf löst. Der abgeworfene Schwanz zappelt nach
dem Abwerfen und lenkt somit etwaige Fressfeinde vom Gecko ab. Ein abgeworfener Schwanz
wächst nach einiger Zeit nach und kann wiederum abgeworfen werden. Jedoch unterscheidet
sich das Regenerat in der Farbenpracht sowie Schuppendichte vom ursprünglichen Schwanz der
Tiere. Es kann ebenfalls vorkommen das der Schwanz schief anwächst sowie in seltenen
Fällen das der Schwanz nicht komplett abgeworfen wird und noch an einem kleinen Bereich
am Rumpf des Geckos verbleibt und nach dem Nachwachsen des Regenerats der Gecko zwei
Schwänze besitzt.
Der Schwanz dient ebenso als Fettdepot und weist daher bei gut (oder zu gut) genährten
Tieren eine ansehnliche Dicke auf.
Die Pfauenaugentaggeckos haben wie die meisten Taggeckos einen im Vergleich zum Körper
recht ausgeprägten Kopf. Die Augen der Geckos weisen runde Pupillen auf, was mit der
tagaktiven Lebensweise zu tun hat. Sie funktionieren im Prinzip ähnlich wie unsere
Augen. Das obere und untere Augenlid sind verwachsen, wobei sich das untere Augenlied als
durchsichtige Hülle über das gesamte Auge legt. Dadurch können sie die Augen
nicht schliessen. Zum Reinigen des Auges wird die Zunge verwendet.
Riechen können die Tiere mittels der Nasenöffnungen sowie mittels des
Jakobsenschen Organs, welches sich paarig in der oberen Mundhöhle befindet. Durch das
Züngeln ähnlich der Schlangen befördern sie auf der Zunge anheftende
Geruchsmoleküle zum Jakobsenschen Organ, wo der Geruch wahrgenommen wird.
Beide Geschlechter besitzen hinter den Ohröffnungen sogenannte Kalksäckchen, die beim
Weibchen wesentlich deutlicher ausgeprägt sind. In den Kalksäckchen werden
Calciumclorid sowie andere Mineralien gespeichert die vor allem zur Produktion der Eischale
sowie für den Knochenaufbau notwendig sind.
Die Tiere besitzen an den Beinen jeweils 5 Zehen, wovon die einzelne gegenständige Zehe
kleiner als die anderen ist und keine Haftlamellen aufweist.
Die Zehen sind krallenlos besitzen jedoch vorn lamellenartige Verdickungen, was es ihnen
ermöglicht an glatten Flächen wie Scheiben hochzulaufen. Die Lamellen verzweigen sich
zu Borsten und diese wiederum zu sehr feinen Härchen, welche eine Dicke von ca.
200 Nanometern aufweisen und dadurch nur mit dem Elektronenmikroskop sichtbar sind. Die
Zehen des Geckos besitzen Milliarden dieser nachwachsenden Härchen, welche wahrscheinlich
durch Van-der-Waals-Kräfte haften. Dabei entwickeln die Atome an den Enden der Härchen
sowie die der Oberfläche geringe Anziehungskräfte, die jedoch durch die Anzahl der
Haare ausreichen, das gesamte Tier sicher zu halten.
Die Haut besteht wie bei allen Reptilien aus Schuppen und besitzt fast keine Drüsen. Beim
Pfauenaugentaggecko sind diese Schuppen wie bei den meisten anderen Geckoarten
nebeneinanderliegend und nicht überlappend. Die Tiere fühlen sich weich und warm auf
der Haut an. Die Haut schützt die Tiere vor Verletzungen, vor Fressfeinden sowie beim
manchmal recht rauhen Umgang untereinander. Durch das fast vollständige Fehlen von
Hautdrüsen verlieren die Tiere kaum Feuchtigkeit über die Oberfläche.
Damit die Tiere wachsen sowie von Zeit zu Zeit ihre Haut erneuern können streifen sie die
alte Haut ab unter der sich die neue Haut befindet. Die Häutung ist im Normalfall
innerhalb kurzer Zeit (Minuten bis zu wenige Stunden) erledigt. Dabei fressen die Geckos ihre
alte Haut nahezu komplett auf um keine Nährstoffe zu verschwenden.
Färbung
Die Grundfärbung der Ph. quad. quadriocellata besteht aus einem kräftigen Grün,
wobei die Unterseite der Tiere weiss bis gelblich gefärbt ist.
Die Gliedmassen erscheinen oft etwas grünbrau oder gelblich. Der Rücken der adulten
Tiere weist mehrere rote Flecken auf, die von Exemplar zu Exemplar variieren können. Vor
allem, jedoch nicht ausschliesslich, die männlichen Tiere besitzen im Nacken einzelne
blaue Schuppen und einen bläulichen Schwanz.
Die Iris ist von orangerot bis rötlich bis zu dunkel gefärbt und besitzt oft eine
gelbe Umrandung.
Hinter den Vorderbeinen besitzen die Tiere schwarze Flecken, welchen der Gecko seine
Bezeichnung Augenfleck-Taggecko verdankt (lat. quattuor = "vier", ocellata = "mit Augen
versehen") geben. Diese auch Posthumeralflecken (lat. post = "nach", humerus = "Oberarm")
genannten Einfärbungen sind blau umrandet sowie manchmal noch von einem roten Ring
umkreist.
Vor den Hinterbeinen besitzen die Ph. quad. quadriocellata ebenfalls schwarze langgezogene
Flecken (Präfemoralflecken), welche jedoch nicht umrandet sind und kleiner als die
Posthumeralflecken sind.
Oft erstreckt sich bei den Tieren von der Schnauzenspitze über den oberen Teil der
Vorderbeine bis hin zu den Präfemoralflecken eine dunkle grauschwarze, teils verwaschene
Linie.
Geschlechtsunterscheidung
Wie bereits erwähnt besitzen die männlichen Vertreter eine oft etwas
ausgeprägtere Färbung als die Weibchen, vor allem in Bezug auf die blauen Flecken
im Nacken sowie den bläulichen Schwanz.
Weiterhin haben sie einen bulligeren Kopf sowie einen oftmals kräftigeren Schwanz als
die Weibchen.
Adulte Weibchen zeigen bei guter Nährstoffversorgung ausgeprägte Kalksäckchen.
Eine weitere Unterscheidung bei den adulten Tieren ist mittels der Femoralporen
möglich. Diese sind beim Männchen wesentlich deutlicher ausgeprägt als beim
Weibchen. Ebenso haben sie hinter der Kloake am Schwanzansatz beiderseits eine leichte
Verdickung, welche die Hemipenes enthalten.
Die Hemipenestaschen befinden sich links und rechts der Schwanzwurzel, sind jedoch nicht
immer gut zu erkennen.
| Männchen |
Weibchen |
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