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Terrarium


Ein Terrarium zu gestalten kann fast so viel Spass machen, wie den Bewohnern anschliessend beim Toben zuzusehen. Zur artgerechten Gestaltung des Terrariums (auch "Becken" genannt) zieht man sich als erstes die Informationen über den Lebensraum der Tiere zu Hilfe, wodurch man bereits ein relatives Bild des späteren Beckens bekommt.
Im Falle des Pfauenaugen-Taggeckos wären das folgende Punkte:

→ Verbreitungsgebiet Regenwälder Madagascars
→ daher hoher Niederschlag
→ viele Klettermöglichkeiten
→ hohes Becken
→ Temperaturgefälle tagsüber 20 - 35 Grad Celsius, nachts 20 - 25 Grad Celsius
→ Taggecko = UV-Licht

Terrarium


Mit diesen Angaben kann man sich an die Planung des Beckens wagen. Ob ein Glasterrarium oder ein Holzterrarium zum Einsatz kommt, liegt beim jeweiligen Geschmack. Als Zimmerdekoration empfiehlt sich wohl eher ein Glasterrarium, welches jedoch in den Anschaffungkosten nicht höher liegt als ein entsprechendes Holzterrarium. Ebenfalls ist die Temperaturregulierung im Holzterrarium einfacher, dafür besteht weniger die Gefahr von Schimmel bei Glas.
Ich selbst habe mich für ein Glasterrarium entschieden, welches ich im Wohnzimmer stehen habe. Den Kauf des Beckens sollte man nicht überstürzen, dort heisst es Preise vergleichen und bei einigem Geschick auch den Selbstbau in Betracht ziehen. Da sich Glas relativ problemlos desinfizieren lässt (z.B. 70% Ethanol) spricht meiner Meinung nach auch nichts gegen den Kauf eines gebrauchten Terrariums. Ich selbst habe damit gute Erfahrungen gemacht.
Grössere Löcher oder Spalten sollten auf keinen Fall vorhanden sein, da die Gefahr der Flucht von den Geckos sowie des Futters besteht. Die Mindestmasse für das Terrarium sollten 40cmx40cmx60cm (LxBxH) nicht unterschreiten, wie immer gilt, je grösser, desto besser!

Rückwand und Bodengrund


Ist das Terrarium an Ort und Stelle und nochmals ordentlich geputzt (bzw. desinfiziert) geht es an die Planung der Einrichtung. Genau wie bei der Frage ob Holz- oder Glasterrarien, spalten sich die Meinungen, ob die Pflanzen im Terrarium eingepflanzt oder in Töpfen ins Becken sollen.
Ich selbst plädiere aus Gründen der Optik für die direkte Bepflanzung des Beckens.
Die unteren 2cm sollten mit Blähton gefüllt werden um bei der nötigen regelmässigen Bewässerung als Drainageschicht zu dienen. Darauf kommt dann das Bodensubstrat, bei Bedarf kann zwischen Drainage und Bodengrund noch eine Trennschicht aus feinmaschigem Plastikfliess eingefügt werden um die Vermischung zu verhindern. Nach meinen Erfahrungen ist dies allerdings nicht notwendig.
Für den Bodengrund verwende ich Humusballen, welche sich in jedem guten Garten-, Zoogeschäft bzw. auf jeder Börse finden sollten. Diese ca. 3-4 Euro teuren Ballen werden in Wasser aufgeweicht und ergeben anschliessend ca. 10 Liter Bodensubstrat. Der Vorteil an den Ballen besteht darin, dass sie weitgehend frei von Keimen bzw. Schimmelsporen sind, was bei der Verwendung von Blumenerde ein grosses Problem darstellt.
Die Bodenschicht muss nicht übertrieben dick werden, bei mir haben sich ca. 6 bis 8cm als guter Mittelwert ergeben. Rings um höhere Pflanzen habe ich den Bodengrund etwas dicker aufgetragen, was auch zu einer interressanten hügeligen Optik führt.
Bemerkenswerterweise reichen selbst den relativ hohen Palmen diese wenigen Zentimeter um nach einiger Zeit völlig fest zu verwurzeln.
Auf das Düngen der Pflanzen kann nach eigener Erfahrung komplett verzichtet werden, die Geckos düngen mehr als ausreichend und alle Pflanzen gedeihen prächtig.

Bevor allerdings der Boden eingefüllt wird, sollte man sich an die Gestaltung der Rückwand machen. Dabei kann auf fertige Rückwände aus dem Fachhandel sowie auf Eigenbauten aus Styropor, Holz und Fliessenkleber zurückgegriffen werden. Einige detaillierte Bauanleitungen finden sich unter "Links".

Innengestaltung


Zur Gestaltung der Klettermöglichkeiten bieten sich Bambusrohre, Korkeichenäste oder auch die im Terrarium vorhandenen Pflanzen an. Die Bambusrohre (z.B. aus dem Baumarkt) werden auf die entsprechende Länge geschnitten, nochmals mit Wasser abgeschrubbt und die Enden mit Heisskleber oder Klarsichtfolie und Tesa verschlossen, damit sich Schimmel nicht so schnell ansetzen kann.
Die unteren Enden der Bambusrohre sowie Korkäste (mit einer kleinen Verlängerung aus Bambus) werden in den Boden gesteckt und oben mit Heisskleber fixiert. Es ist wichtig darauf zu achten, dass alles gut befestigt ist, damit es nicht ausversehen unerwarteten Glasbruch gibt.

Bepflanzung


Zur Bepflanzung eignen sich viele Arten. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Pflanzen je nach Pflanzort Sonne bzw. Schatten vertragen sowie mit hoher Luftfeuchtigkeit umgehen können. Das Spektrum reicht von Efeutute über Bromelien, Sansivira, Ficus pumila, Palmenarten, usw.. Die einzige Pflanze die ich eingesetzt hatte und nach kurzer Zeit eingegangen ist war eine Bananenpflanze. Die Pflanzen können ohne Probleme über den Baumarkt bezogen werden, allerdings sollte man ihnen dann eine mehrwöchige Quarantänezeit einräumen um eventuelle Schädlinge nicht ins Terrarium einzuschleppen, da dort die chemische Behandlung nicht möglich ist.
Vor dem Einsetzen müssen die Pflanzen ordentlich mit Wasser abgebraust werden sowie mit einem Schwamm die Blätter vorsichtig abgeschrubbt werden, um eventuelle Insektizide zu entfernen.
Beim Begrünen sollte man darauf achten, dass die Gewächse in der Regel im Terrarium recht schnell gedeihen und wachsen. Deshalb sollte die Pflanzen nicht zu eng eingesetzt werden und man sollte im Hinterkopf behalten wie das Terrarium mit den Pflanzen aussehen soll. Ein dichter Dschungel mag zwar schön aussehen, allerdings stellt dieser bei der Reinigung oder Eiersuche grosse Probleme dar.

→ Eine Übersicht über die hauptsächlich von mir verwendeten Terrarienpflanzen

Temperatur und Licht


Spätestens wenn die Rückwand und die Pflanzen im Terrarium sind, sollte man sich an die Beleuchtung sowie Temperatureinstellung des Terrariums machen. Zur Kontrolle der Temperatur kann ich günstige analoge Thermometer aus dem Baumarkt empfehlen, welche man an die Scheiben klebt. Beim Kauf dieser recht günstigen Thermometer einfach einen Stapel aus dem Regal nehmen und sich die 2-3 Stück schnappen, die die selbe Temperatur anzeigen. Eventuell ist die Anzeige nicht auf's Grad Celsius genau, aber man kann sich sicher sein, dass die Temperaturen gegenseitig im Verhältnis stehen. Ich habe in meinem Terrarium (80cm hoch) 3 Thermometer angebracht, ein Thermometer unten, eins oben und ein digitales Thermo- Hygrometer in der Mitte.
Neben den Thermometern benötigt man wie bereits erwähnt noch ein Hygrometer um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Dies ist neben der Temperatur der wichtigste Messwert im Becken. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber etwa 70 bis 75% betragen und nachts 95% oder mehr. Ich sprühe das Terrarium immer abends etwa zur selben Zeit ein, dann haben es die Tiere nachts angenehm feucht und im Laufe des nächsten Tages sinkt die Feuchtigkeit dann langsam ab.
Die Beleuchtung ist eine kniffelige Sache. Einerseits soll die Beleuchtung für ausreichend Licht (inkl. UV-Licht) sorgen, andererseits sind die Lampen zur Erwärmung des Terrariums wichtig. Hier heisst es ausprobieren. Man benötigt eine Tageslichtlampe (Energiesparlampe) mit UV-Anteil, entweder mit Lampenfassung oder als Röhre. Des weiteren entsprechend viele Halogenspots bzw. HQL Lampen um die benötigte Terrarientemperatur zu erreichen. In meinem Becken (80x60x80) verrichten im Sommer 1x 75W Halogenspot, 1x 21W Tageslichtlampe sowie 1x 18W Tageslichtlampe mit UV ihren Dienst. Im Winter, wenn die Raumtemperaturen niedriger sind, wechsle ich eine Tageslichtlampe mit einem weiteren Halogenspot aus und bekomme so die benötigten Temperaturen von tagsüber ca. 33 Grad (oben) und nachts ca. 22 Grad (oben).
Ob man die Lampen im Terrarium anbringt oder oben in einem extra Lampenkasten, ist eine Frage, an der sich die Geister scheiden. Ich selbst habe meine Lampen im Terrarium angebracht ohne einen extra Käfig um die Lampen zu machen. Jeder Gecko hat es genau einmal probiert auf die Lampen zu klettern, danach haben sie es sich gemerkt, dass es kein Ort zum Rumklettern ist. Zumindest eines steht fest, die UV-Lampen dürfen nicht durch eine Glasscheibe vom Becken getrennt sein, da Glas je nach Dicke UV-Strahlung fast vollständig filtert.
Um das Becken mit den Spots "einzufahren" empfiehlt es sich, erst einmal einen Spot zu installieren, die Temperaturen über mehrere Stunden bei durchschnittlicher Zimmertemperatur zu messen. Dann kontrolliert man, welche Temperaturerhöhung der Strahler schafft und kann sich ausrechnen, wie viele Strahler man etwa im Becken installieren muss. Trotz der geringen Wattzahl der Tageslichtlampen tragen auch diese jeweils ein bis zwei Grad zur Temperaturerhöhung bei. Weiterhin sollte man kontrollieren, dass die Temperaturen auf dem Sonnenplatz nicht zu hoch sind (allerhöchstens 40 Grad Celsius), damit die Tiere dort nicht gebraten werden.
Die UV-Lampen dürfen ebenfalls nicht zu stark sein, sonst können sie den Tieren die Haut verbrennen, Tageslichtlampen mit UV-Anteil und einer nicht zu hohen Wattzahl haben bei mir jedoch gute Dienste gezeigt.

Bewässerung


Für die Bewässerung gibt es ebenfalls mehrere verschiedene Möglichkeiten, man kann per Hand sprühen, Ultraschallnebler verwenden oder eine richtige Beregnungsanlage installieren.
Anscheinend sollen Ultraschallnebler sehr gesundheitsschädlich für Mensch und vor allem Tier sein, da durch die feine Verneblung des Wassers die darin unweigerlich enthaltenen Keime über die Atemluft in die Lungen gelangen können, was gerade bei Reptilien und deren einfach aufgebauten Lungen schnell zur Erkrankung der Lunge führen kann. Diese Angaben kann ich jedoch nicht selbst bestätigen, da ich sicherheitshalber auf die Verwendung dieser Vernebler verzichte.
Gesprüht werden sollte ein- bis mehrmals täglich. Ich habe mich inzwischen für die Bewässerung mittels Beregnungsanlage entschieden, welche mit Hilfe einer sekundengenauen Zeitschaltuhr sehr genau gesteuert werden kann. Die Exakte Sprühdauer sowie -intervall muss durch genaues Beobachten eingestellt werden. Bei meinem Terrarium hat sich zweimal tägliches Sprühen von 20 Sekunden bewährt. Die installierte Beregnungsanlage von Gardena ist mit den vielen verschiedenen verfügbaren Düsen sehr flexibel.
Die ganze Elektrik wie Lampen und Bewässerungsanlage sollte mit Zeitschaltuhren versehen werden, dabei empfehlen sich güstige digitale Versionen aus dem Baumarkt. Bei mechanischen Zeitschaltuhren besteht die Gefahr, dass bei einem Stromausfall die Zeiten verstellt sind. Ich habe pro Lampe/ Bewässerung eine Zeitschaltuhr installiert um die Zeiten so flexibel wie Möglich zu gestalten. Dabei gehen die Lampen im 30min Takt morgens an und abends wieder aus.
Mein anfänglicher Versuch einen Silikon-Heizschlauch dazu zu verwenden etwaige Staunässe aus dem Boden zu bekommen ging gründlich schief. Die einzige Erfahrung die ich damit gemacht habe, ist dass durch die Erwärmung des Bodens innerhalb kurzer Zeit alles anfägt zu schimmeln. Ich erklär mir das damit, das mit der aufsteigenden Wärme auch viele Schimmelsporen aus dem Boden mit ins Terrarium aufsteigen.